CEOI 2017 in Slowenien

Eindrücke der Schweizer Delegation von der CEOI 2017 in Ljubljana

Raphael Fischer
News

Nicolas Camenisch, Fabian Haller, Elias Boschung und Bibin Muttappillil vertreten die Schweiz an der Zentraleuropäischen Informatikolympiade (CEOI) in Ljubljana vom 10. bis zum 15. Juli.

Teilnehmerberichte

Anreise und der erste Tag

Am Sonntagabend trafen wir uns um 20:10 beim Treffpunkt des Zürcher HB. Alle ausser Fabian. Er dachte, wir hätten um 21:10 abgemacht. Wir, das heisst alle ausser Fabian, suchten unser Schlafabteil und nachdem wir es uns gemütlich gemacht haben, spielten wir noch ein paar Runden Love Letters und versuchten uns an ein paar algorithmischen Problemen.

Aussicht von der Burg über Ljubljana

Die Aussicht von der Burg über Ljubljana

Um Viertel vor Acht aufgestanden, assen wir noch schnell einen Getreideriegel, da wir bald ankommen sollten. Als wir am Bahnhof Ljubliana ankamen, wurden wir auch schon von unseren Guides erwartet. Sie überreichten jedem von uns eine Tasche mit kleinen Geschenken. Anschliessend fuhren sie mit uns via Bus zum Hostel wo wir eincheckten. Nach einer Stunde waren wir alle eingecheckt, haben unser Gepäck aufs Zimmer gebracht und standen draussen vor der Tür. Wir gingen zusammen in einen Supermarkt um uns ein richtiges Z’morgen zu kaufen. Mit Brot und Nutella im Gepäck, fuhren wir zur Burg um uns dort zu stärken.

Part of the CEOI17 delegation at the robba fountain

Die Teilnehmer vor dem Robba-Brunnen

Nachdem wir fertig gegessen haben, schlenderten wir noch ein bisschen um die Burg und schauten uns die Stadt an. Zu Mittag gab es frittierte Froschenkel mit Kartoffelsalat, Pizza, Hünchen und Meeresfrüchte mit Pommes. Am Nachmittag erkundeten wir alle Brücken (es gibt insgesamt fünf). Um sechs Uhr kam Fabian endlich am Bahnhof an. Als nun das Team komplett war, gingen wir zum Hostel, checkten für Fabian ein und assen Z’nacht: Hünchen mit Gnocchi an einer Rahmsauce. Um den Abend ein bisschen ausklingen zu lassen, spielten wir alle zusammen noch ein paar Runden Love Letters.

Dienstag: Warmup und Tour durch Ljubljana

Aufgestanden, zu morgen gegessen und ab auf dem Weg. Da unsere Guides den anderen nachliefen, liefen wir den ganzen Weg vom Hostel bis in die Uni, statt den Bus zu benutzen. An der Uni angekommen konnten wir die moderne Architektur des Gebäudes betrachten und nachschauen wo wir am Übungscontest sitzen werden. Die erste Übungsstunde lief wie ein ernster Contest, d.h. keine Hilfe und keine Kommunikation und bei der Zweiten konnten die Leader mithelfen und man durfte miteinander reden.

The speech of the mayor of Ljubljana

Die Rede des Bürgermeisters von Ljubljana

Nach dem Übungscontest und dem Mittagessen war der Plan den Bürgermeister von Ljubljana zu besuchen. Unsere Guides empfahlen uns einen Glacéladen vorher noch auszuprobieren. Dieser sah sehr professionell aus und wir bekamen sehr gute und immense Portionen. Diese waren so gross, dass wir trotz unserer Bemühungen es nicht schafften, es vom Überlaufen zu verhindern. Im Rathaus angekommen, bestaunten wir den Innenhof und waren verwundert, dass sogar ein Kamerateam dabei war. Die Reden vom Bürgermeister und dem Verantwortlichen der Fakultät Informatik in Ljubljana waren recht kurz, welches willkommen war, denn lange Reden können anstrengend sein. Vor und nach den Reden gab es eine Performance von einem Sänger, einer Sängerin und einem Gitarristen. Nachdem bestaunten und diskutierten wir noch die Pläne des neuen Stadium welche im Rathaus aufgehängt waren und gingen schliesslich hinaus für das Gruppenfoto.

The butchers bridge

Die Butchers-Bridge mit der Tripple-Bridge im Hintergrund

Nach dem Gruppenfoto gab es eine Tour durch Ljubljana geführt von einem Stadtführer. Viele Orte hatten wir schon am Vortag besucht, aber er konnte mit Geschichten und Zusatzinfos uns mehr über diese kleine und doch schöne Stadt zeigen. Zum Beispiel wird der Fluss durch die Stadt, Ljubljanka, auch der Fluss mit sieben Namen genannt, da der Fluss siebenmal an der Oberfläche auftaucht und unter der Erdoberfläche verschwindet. Oder folgende Geschichte: Wenn Bäcker versuchten ihr Brot teurer zu verkaufen als die Stadt es vorgeschrieben hatte, wurde dieser in einem Korb in den Fluss geschmissen. Auch erzählte er uns, das ein Architekt sehr gerne Brücken hatte, und es deswegen so viele verschiedene gibt in Ljubljana: die Cobbler’s Bridge, wo früher Schuhe verkauft wurden oder die Dragon Bridge, die vier Drachen auf ihr hat, das Zeichen der Stadt. Dann gab es auch die Butcher‘s bridge wo früher der Fleischmarkt war und heute sich Pärchen ein Schloss an die Brücke anschliessen, als Zeichen ihrer Liebe. Und die noch eine war die Triple Bridge, wobei sie Original nur aus einer bestand. Die Brücke wurde zu klein und statt eine neue grössere zu bauen, war es billiger zwei Brücken neben der alten zu bauen. Nach der Tour führten uns dann noch unsere Guides weiter in der Stadt herum. Sie empfahlen uns auf den ‚Skyscraper‘ zu gehen, welches früher einmal das vierthöchste Gebäude in Osteuropa war, welches man dem Gebäude nicht ansieht. Oben angekommen, konnten wir ganz Ljubljana sehen und auch die Burg und den Tivoli parc. Wir beschlossen dann als nächstes Ziel in jenen Park zu gehen. Im Park selber war eine Fotoausstellung. Am Ende der Ausstellung war ein Café und wir beschlossen uns etwas zur Abkühlung zu kaufen. Leider war das Eis während dem Tag schon geschmolzen, sodass wir uns dann Smoothies bestellten.

CEOI17 Delegation in Tivoli Parc

Schön aufgereiht im Tivoli-Park

Später gingen wir zurück ins Hostel um zu Abend zu essen. Hier gab es dann noch eine Maxflowerklärung von Timon bevor unsere Leader dann zum Übersetzen gehen mussten. Wir, die Teilnehmer, beschlossen Pingpong oder Frisbee zu spielen und da der Tischtennistisch schon besetzt war, beschlossen wir zuerst hinaus zu gehen. Es wurde schon langsam dunkel, weswegen es schwer wurde die schwarze Scheibe noch zu sehen. Ausserdem blitzte und donnerte es und kurz bevor das Gewitter aufzog, beschlossen wir hineinzugehen. Drinnen war der Pingpongtisch dann frei und hatten noch einen gemütlichen Abend, bevor wir früh genug ins Bett gingen, für den Contest am folgenden Tag.

Mittwoch: Erster Contest-Tag

Am Mittwoch war unser erster Contest-Tag. Nach einer kurzen Fahrt in einem vollgestopften Bus kamen wir wieder an der Uni an. Nach einer kurzen Wartepause begaben wir uns in den Contestraum. Am Contest mussten wir Wetteinsätze maximieren, Einbahnstrassen planen und Elefant Dumbo auf seiner Mäusejagt (nach Stofl) helfen. Nach den fünf Stunden Contest durfte natürlich unsere Lieblingsbeschäftigung nicht fehlen: Frisbee spielen auf dem Unicampus. Am Nachmittag durften wir den gegenüber der Uni liegenden Zoo besuchen und eine kleine Führung genissen, in der wir unter anderem eine Schlange anfassen durften. Am Abend - müde vom Tag - kosteten wir in einem Restaurant verschiedene slowenische Spezialitäten, inbegriffen einer grossen Portion Fleisch. Auf dem Rückweg kündigten uns unsere Guides eine 45 minütige Wanderung an, es entpuppte sich jedoch als ein kurzer Spaziergang. Im Hostel angekommen wollte ich unbedingt meinen Code debuggen, um mich nachher über meinen Fehler zu ärgern. Am Schluss des Tages spielten wir ein paar lustige Runden Love Letters und gingen dann alle müde ins Bett.

Elias with the python

Python mal anders: Elias mit der Königs-Python

The meat plate of the dinner

Das köstliche Abendessen

Donnerstag

Wie jeden Morgen standen wir auf, assen z’Morgen und trafen unsere Guides. Vor dem Haus wurden noch Wasser und Sandwichs verteilt und dann warteten wir auf den Bus, mit dem wir bis nach Postojna fuhren. Da wir zu schnell waren, mussten wir vor Ort zuerst einmal warten bis es Zeit für unsere Tour war. Um uns die Zeit zu vertreiben spielten wir Frisbee, assen die Sandwichs und fingen eine Wespe ein. Dann war es auch schon Zeit, in die Höhlen zu gehen. Dank unseren Guides hatten wir alle einen Pullover dabei, denn drinnen war es recht frisch. Zuerst fuhren wir mit einem kleinen Züglein etwa 3.7 km in die Höhlen rein. Dort wartete ein Guide auf uns, der uns auf einer Strecke von 1.5 km die Höhlen und deren Geschichte näher brachte. Dabei führte sie uns erst zum höchsten Punkt der Höhlen, dann durch die Spaghetti-Halle, die Weisse und schliesslich die rote Halle, bis zum tiefsten Punkt der Höhlen. Dann ging es am Wahrzeichen der Höhlen vorbei, das wie ein Glacé aussieht (mit viel Fantasie) und zum Aquarium der Menschenfische (Grottenolm). Diese sind zwar weder Fische noch Menschen, sondern Echsen, werden aber Menschenfische genannt, da sie wie wir Menschen bis zu 100 Jahre alt werden können. Laut dem Mythos sind es Mini-Drachen und sie sind stark bedroht, obwohl sie Meister der Anpassung an die Umwelt sind. Zum Schluss ging es zur Konzerthalle, der grössten Halle in den Höhlen, in der vor allem vor Weihnachten Konzerte stattfinden. Nachdem wir mit ~5 km den öffentlichen Teil der Höhlen gesehen hatten, verliessen wir mit dem Züglein die gesamthaft 24 km langen Höhlen wieder.

The ice cream shaped stalagmite of the cave

Der Stalagmit, der wie ein Glacé aussieht

Draussen wartete wieder die brütende Hitze auf uns und wir mussten unsere Pullis wieder ausziehen, ausser Timon der die Temperatur in den Höhlen im T-Shirt angenehm fand. Dann ging es in ein nahe gelegenes Hotel zum Mittagessen, bei dem allen ein Schnitzel mit einer Portion Pommes serviert wurde, ausser Fabian der nur etwa 10 Pommes bekam. Für den Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zum Predjamski Grad, der Burg von Postojna, die durch ihre Lage am Eingang einer Höhle auffällt. Auch dort hatten wir eine Führung, die jedoch auch in zwei Gruppen von 50 Personen weder für uns noch für den Guide sehr praktisch war.

The castle

Predjamski Grad

Dann ging es zurück zu den Bussen für die Heimfahrt, wobei unsere Guides voraus liefen und dann verschwanden, wodurch wir schlussendlich in einem anderen Bus zurückfuhren als sie. Um den Abend ausklingen zu lassen, durften natürlich mathematische Probleme und eine Runde Love Letter nicht fehlen.

Freitag

Am Freitag war der zweite Contest-Tag: Nach dem Frühstück ging es wieder direkt zum Uni-Campus, wo die zweiten 5 Stunden Contest anstanden. Die Probleme waren dieses mal ein wenig einfacher, weshalb die Schweiezer Delegation noch mehr Punkte holen konnte als am Mittwoch. Es roch bereits verdächtig nach Medaillen! Nach dem Mittagessen und einer nicht sehr interessanten Präsentation von IBM, begann die closing ceremony. Sie wurde vom gleichen Gesangstrio umrahmt, das auch schon beim Bürgermeister anwesend war. Ausserdem gab es die obligatorischen Reden zu Beginn. Danach wurden die Delegationen aller Länder mit ihren Guides nach vorne gerufen und jeder bekamen als Geschenk eine spezielle Glasflasche (“Museum-bottle”) sowie andere Kleinigkeiten.

Die Schweizer Delegation bei der closing ceremony

Nun begann der spannende Teil: Die Rangverkündigung. Sie begann für uns sogleich mit einer guten Nachricht sowie einer kleinen Enttäuschung: Nicolas hat eine Bronze-Medaille gewonnen, Fabian hat sie aber mit nur 25 Punkten weniger extrem knapp verpasst. Für die besten der CEOI war der Contest jedoch wohl etwas zu einfach: Es gab gleich drei Teilnehmer, die alle 600 Punkte geholt haben. Nach der Medaillenfeier gab es noch einen Apéro um den Erfolg zu feiern. Danach ging es zum Abnedessen zurück in die Unterkunft. Zu guter letzt liessen wir den Tag mit - wer hätte es gedacht - einigen Runden love letters ausklingen. Dieses Mal schlossen sich aber noch die Tschechischen Leader an.

Samstag

Am Samstag, dem offiziellen Abreisetag gingen wir nach dem Auschecken in einen Escape-Room in Ljubljana. Wir versetzten uns in die Rollen von Leonardo da Vinci und Sherlock Holmes. Nach einem sehr leckeren Mittagessen in einem typisch Slowenischen Restaurant gingen wir am Nachmittag dann noch in das BTC-Center. Das ist ein grosses Areal in Ljubljana mit unglaublich vielen Läden und Shopping-Centern: Etwa 500 an der Zahl! Wir erfreuten uns dort der tiefen Slowenischen Preise und kauften einiges ein. Am Abend dann machte sich Timon dann auf den Heimweg während wir in einem Hostel noch eine weitere Nacht in Ljubljana verbrachten. Wir werden nun noch eine weitere Woche in Slowenien verbringen und werden die Skocjan-Höhlen, die Slowenische Küstenstadt Piran sowie Venedig anschauen.

Das Schlussfoto aus dem ecsape room