Girls Camp 2018

Interessierte junge Frauen aus der ganzen Schweiz trafen sich für eine Woche in Schwanden GL, um faszinierende Algorithmen kennen zu lernen.

Benjamin Schmid
News

Diesen Sommer fand zum ersten Mal das SOI Girls Camp statt. Während einer Woche vom 10.9. bis am 15.9. lernten elf interessierte junge Frauen spannende algorithmische Probleme mit Hilfe des Computers zu lösen. Neben der Möglichkeit, das Gelernte an zahlreichen Aufgaben direkt anzuwenden, hatten die Teilnehmerinnen viel Zeit, sich auszutauschen und die anderen jungen Frauen aus der ganzen Schweiz kennen zu lernen. Sei dies während den bis in die frühen Morgenstunden dauernden Spielerunden, oder aber auf der Exkursion zum Klöntalersee. “Das Lager war ein Erfolg. Die Teilnehmerinnen zeigten sich sehr interessiert und sind auch anspruchsvolle Aufgaben sehr gekonnt angegangen”, so Stefanie Zbinden, die das Lager mitorganisiert hat. Als Fortsetzung wird im Winter ein Workshop durchgeführt, an dem weitere algorithmische Themen vermittelt werden. Interessierte junge Frauen können sich unter girls@soi.ch melden, um rechtzeitig über weitere solcher Anlässe informiert zu werden.

Die Teilnehmerin Elena Märki hat während der Woche täglich einen kurzen Bericht über das Lager verfasst. Vielen Dank! Weitere Bilder aus dem Lager sind auf unserer Flickr Seite verfügbar.

Montag 10.9.18

Nach einer Zugfahrt mit einem atemberaubenden Bergpanorama und einem traumhaften Wetter ging es vom Bahnhof im Tal unten bei Schwanden etwa eine halbe Stunde zu Fuss hoch ins Pfadiheim Mühlebächli. Nach der Zimmereinteilung ging es gleich los mit der ersten Einführung über die Grundlagen von Python. Danach durften wir gleich die Theorie anwenden. So etwa um 18:30 Uhr begannen wir mit dem wunderbaren Abendessen. Wir liessen den Abend mit Gesellschaftsspielen ausklingen.

Dienstag 11.9.18

Der Morgen startete früh um 8 Uhr mit einem tollen Frühstück. Danach sassen wir wie schon gestern Nachmittag draussen unter dem Vordach. Da es früh am Morgen auf der Südosthangseite noch kalt war, waren wir ziemlich froh über den kleinen Z’nüni mit heissem Tee. Nach einer weiteren guten Stunde Training gab es dann endlich das langersehnte Mittagessen, da wir bis auf die Knochen durchgefroren waren und so eine warme Mahlzeit richtig gut tat. Nach einer Freizeit, welche die meisten für sich alleine gebraucht haben, ging es mit dem, jedenfalls für mich, herausfordernden Training weiter. Dann endlich um ca. 17 Uhr war das individuelle Training fertig und jeder war müde, wahrscheinlich auch noch ein wenig von Gestern, als es so spät wurde. Heute haben wir zwar geplant, nicht mehr so lange zu spielen wie gestern, aber mal schauen wie lange es wird. Aber es wäre ja nicht so schlimm, da wir morgen nicht nur mit dem Kopf, sondern sogar richtigen Sport machen: Wir werden eine kleine Exkursion machen und bei einem kleinen See bräteln und schwimmen gehen.

Mittwoch 12.9.18

Wir haben aus wettertechnischen Gründen die kleine geplante Exkursion von morgen Donnerstag auf heute Mittwoch verschoben. Frühmorgens, aber nicht ganz so früh wie sonst, brachen wir auf und wanderten zum Bahnhof Schwanden, um den Zug Richtung Glarus zu erwischen. Es war sehr wichtig, dass wir genau diesen Zug nehmen, denn der hat den Anschluss auf den Bus, der nur alle zwei Stunden fährt, den wir brauchen. Pünktlich haben wir es geschafft und sassen im Zug und etwas später auch im richtigen Bus. Dieser fuhr nach Riedern, ein kleines Dorf neben Glarus. Danach sind wir zuerst auf einer Strasse, dann auf einem Kiesweg und dann auf einem tollen kleinen Pfad den Fluss entlang den Berg hoch gewandert, für etwa so 1 bis 2 Stunden. Als wir oben ankamen, präsentierte sich eine fantastische Aussicht über den Stausee hinaus bis zu den imposanten Gipfeln, die ganz hinten im Tal noch hervorragten. Dann liefen wir dem tief türkisen See entlang bis zur Brätelstelle, die unser Küchenteam und die Teilnehmer, die nicht wandern wollten, eingerichtet haben. Nach einem leckeren Mittagessen mit Salat und Käse vom Feuer konnten wir schwimmen gehen, was nicht gerade so viele genutzt haben, aber es gab ein paar wenige Mutige, um genau zu sein fünf. Das Wasser war überraschenderweise gar nicht so kalt, wie es aussah und so war es einfach nur eine herrliche kleine Abkühlung im kristallklaren Bergwasser vom Stausee. Danach sind alle wieder zurück ins Pfadiheim und nach etwa einer Stunde ging es weiter mit dem Training. Da gab es einen neuen Theorieblock zum Thema Graphen. Das neu Gelernte haben wir dann auch gleich in den Übungen angewendet. Dann gab es wie immer um 18:30 Uhr Abendessen und da wir durch die Exkursion am Morgen kein Training hatten, gab es nach dem Abendessen nochmals einen Trainingsblock. Etwa so um 21 Uhr war dann endlich Feierabend, der auch bitternötig war, denn jeder war todmüde. Doch wie immer haben wir trotzdem noch Spiele gespielt bis etwa um Mitternacht.

Donnerstag 13.9.18

Der Donnerstagmorgen begann wie ganz gewöhnlich. Dann hatten wir wie an den meisten Tagen unseren ersten Trainingsblock, jedoch war es nicht so eisig kalt wie am Dienstagmorgen. Auch ohne die Pause war die Zeit so schnell vergangen, dass es schon wieder Mittagessen gab, was wie immer sehr lecker war. Für den Nachmittag war es lange unklar, ob wir wie immer draussen unter dem Vordach unser Training abhalten könnten, da es in der Wetterprognose Gewitter vorhersagte. Doch es gab nur kleine Regenschauer und ab und zu gab es sogar ein paar warme Sonnenstrahlen. Danach gab es Freizeit, die viele für sich genutzt haben, doch es gab auch noch ein paar, die nicht fertig machen wollten, bis nicht das Problem gelöst ist, so kamen sie erst als es Abendessen gab. Das Abendessen war wie jedes Mal sehr lecker. Danach haben wir verschiedene Spiele gespielt, unter anderem «Werwölflen» und ziemlich lange «Gämsch». Doch wir haben es Mal wieder nicht wirklich früher ins Bett geschafft, da die Zeit einfach so schnell vergeht.

Freitag 14.9.18

Heute haben wir erschreckend festgestellt, dass es eigentlich schon der letzte richtige Tag war. Wir haben realisiert, dass unsere gemeinsame Zeit schon wieder vorbei ist, obwohl sie doch erst gerade begonnen hatte und dann beginnt schon wieder die normale Schule. Doch wir haben nicht weiter unsere Gedanken daran verschwendet, sondern wollten die restliche Zeit noch in vollen Zügen geniessen. So begann unser letztes Training, wo sich jeder nochmal voll anstrengte um die kleineren oder grösseren Probleme zu lösen oder einfach an den Aufgaben weiterarbeiten. Das Wetter war zwar nicht so schön wie im Rest der Woche, aber es war gar nicht so kalt wie gedacht. Wir haben wieder ohne Pause bis zum Mittagessen gearbeitet. Danach machte fast jeder einen kurzen Mittagsschlaf, da alle ziemlich müde waren von den letzten Spielabenden. Danach gingen alle wieder ein wenig gestärkt in die nächste und letzte Trainingsrunde. Dann gab es auch schon wieder Abendessen. Nach unserem letzten Spielabend, bei dem es noch einen leckeren Apfelkuchen gab, gingen wir müde, aber zufrieden ins Bett.

Samstag 15.9.18

Heute haben wir alle kräftig angepackt, um das Haus möglichst schnell geputzt zu haben. Da alle ziemlich schnell fertig waren, hatten wir noch genügend Zeit, um draussen noch diverse Gesellschaftsspiele zu spielen. So verstrich die Zeit wie im Fluge und so war es schon bald Mittag, wo wir unsere feinen Sandwiches assen. Dann war es auch schon langsam Zeit, Richtung Bahnhof zu gehen, wo wir dann alle mit einem Glacé nochmals eine halbe Stunde auf den Zug nach Zürich warteten. Am Bahnhof von Schwanden GL trennten sich unsere Wege: wir 11 Teilnehmerinnen nahmen den Zug nach Zürich und das Leiterteam sowie Küchenteam kümmerte sich um die Abgabe von Haus und Material.

Unsere Zugfahrt war mit ein paar Runden Connect ziemlich schnell vorbei. So waren wir viel zu schnell in Zürich und gingen etwas traurig darüber, dass die Woche schon vorbei war, auseinander. Während einige mittels Tram in wenigen Minuten zu Hause waren, mussten andere bis zu drei weiteren Stunden quer durch die Schweiz reisen. Zuhause angekommen sank ich in mein weiches Kissen mit einem guten Gewissen, dass ich im Lager viele Englischwörter gelernt und meine Programmierkenntnisse erweitert hatte, und träumte bald von Algorithmen und exzellentem Essen unseres Küchenteams.