Trainingscamp in Frankreich

Teilnehmer der SOI trainieren in Frankreich.

Matteo Signer
News

Je sechs Teilnehmer aus der Schweiz und aus Hong-Kong treffen sich in Sollières-Sardières in Frankreich in einem Trainingscamp, das von Juraj Hromkovič, einem Professor der ETH, organisiert wird.

Teilnehmerberichte

Samstag, 1. Juli 2017 (Nicolas Camenisch)

Heute morgen trafen wir uns um 10 Uhr vor dem CAB bei der ETHZ. Die Delegation aus Hongkong wartete dort auch schon auf uns. Nach einigem Warten kam auch endlich unser Car an. Auf der Hinfahrt nach Sollières-Sardières spielten wir [Tichu](https://de.wikipedia.org/wiki/Tichu) und Polnisches Uno. In Genf hielten wir plötzlich an und bleiben für die eineinhalb Stunden stehen - der [Tachograph](https://de.wikipedia.org/wiki/Tachograph) war kaputt. Als es endlich weiter ging, kamen wir auch schon recht schnell am Ziel an. Nachdem wir unsere Unterkunft inspiziert hatten, wurden wir von Juraj zum Essen eingeladen. Es gab Croziflette und Tartiflette, ein typisch savoyardisches Gericht.

Sonntag, 2. Juli 2017 (Fabian Haller)

Am Sonntag hat ein Programmiertraining stattgefunden. Professor Hromkovič hat uns viele verschiedene Tasks vorgestellt. Am Mittag haben wir Teigwaren gegessen. Am Nachmittag hat uns Martin den BFS-Tree vorgestellt und wir konnten Aufgaben dazu auf SPOJ lösen. Weil am Sonntag der Supermarkt geschlossen hatte, konnten wir nicht einkaufen gehen. Also hat Stefanie eine Suppe mit den Resten gemacht. Am Abend haben wir zusammen Love Letters gespielt.

Montag, 3. Juli 2017 (Elias Boschung)

A waterfall encountered during the Via Ferrata.

Montags hatten wir den ersten sportlichen Ausflug. Am Morgen gingen die Schweizer Teilnehmer und Leader auf eine Via Ferrata mit einem Bergführer. Am Mittag assen wir in einem Restaurant und am Nachmittag sind die Hong-Konger auf die Via Ferrata gegangen. Die Via Ferrata war sehr interessant, in einer Schlucht, in der wir auf einer Seite ein wenig abstiegen, mit einer Brücke überquerten und auf der anderen Seite wieder raufkletterten. Zum Schluss kletterten wir neben einem Wasserfall hinauf, der auch sehr spektakulär war.

Dienstag, 4. Juli 2017 (Martin Chikov)

The view of the beautiful Lac du Mont Cenis.

Am Dienstag gingen wir in den französischen Alpen in der Nähe der italienischen Grenze wandern. Wir besuchten das Massif des Cerses. Wir begannen mit unserer Reise ungefähr auf 2000 Metern. Anfangs war es sehr steil und der Gipfel schien weit entfernt, aber mit etwas Durchhaltewillen erreichten wir nach eineinhalb Stunden den Pas de la Beccia (2717m). Von dort konnten wir die näheren Berge und die Wolken unter uns sehen und die frische Luft einatmen. Der Lac du Mont Cenis, der sich vor uns erstreckte, sah wunderschön aus. Die Wanderung war anstrengend, aber sie hat sich gelohnt und wir hatten viel Spass.

Mittwoch, 5. Juli 2017 (Jan Schär)

Am Mittwoch Morgen wurde uns ein Algorithmus erklärt, mit dem man in einem Tree den Least Common Ancestor finden kann. Dann wurde uns gezeigt, wie man diesen Algorithmus so weit optimieren kann, bis es nicht mehr besser geht. Am Nachmittag wurden von den Hongkongern einige Probleme gestellt, zu denen wir dann auf Papier eine Lösung finden sollten. Später hatten wir dann auch noch Zeit, um auf dem Laptop Lösungen zu programmieren. Diejenigen, die am nächsten Tag auf den Gletscher wollten, gingen früher ins Bett, da sie schon sehr früh wieder aufstehen mussten.

Donnerstag, 6. Juli 2017 (Bibin Muttappillil)

The view from on top of the glacier.

Wenn ich um 3:30 morgens wach bin, dann liegt es sehr wahrscheinlich dran, das ich wach geblieben bin und nicht früh aufgestanden bin. Diesmal war das nicht so. Wir mussten so früh aufstehen, damit wir früh genug am Gletscher ankommen. Dies muss so sein, da am Nachmittag die Gefahr besteht, dass das Eis schmilzt. Und sei dies nicht schon schlimm genug, hatten wir ‚zum Zmorge‘ keine Milch! Ich konnte nicht meine Cornflakes essen und als ich Johannes konfrontierte schieb er die Schuld auf die Marktverzerrung von Stephanie (ihre Taktik: falls Johannes behauptet dass wir genug von einem Produkt haben, versucht sie dann dieses Produkt so schnell wie möglich zu verbrauchen damit sie ihm unterstellen kann zu wenig gekauft zu haben). Aber egal, dann gab es halt trockenes Brot mit Nutella und schon gingen wir los ins Auto für die Abfahrt zu ‚Glacier d’Arnès‘.

Die Fahrt fühlte sich, trotz der 45min, nicht lange an, da wir alle noch müde waren. Angekommen am Fuss des Berges, bekamen wir neben dem Steigeisen noch die restliche Ausrüstung: Klettersteig, Stirnlampe, Helm, Eispickel und für die die es nicht selber hatten noch Sonnenbrillen. Nun konnte die Wanderung losgehen, in der Dunkelheit mit Stirnlampen, wanderten wir zuerst einen normalen Wanderweg. Langsam brach der Morgen an und der Himmel änderte seine Farbe von Schwarz auf Blau. Der Wanderweg wurde mit der Zeit zu einem Steinweg neben einem kleinen Wasserfällen und Bächen. Letzteres überquerten wir mit Holzbrücken. Währenddessen erzählte Johannes ein Rätsel: „Gegeben sind n Zwerge, und jeder hat unabhängig von den anderen einen Hut mit einer Zahl zwischen 1 und n. Sie können alle anderen Hüte sehen, aber nicht ihren eigenen. Die Zwerge können nicht miteinander kommunizieren und müssen alle gleichzeitig eine Zahl sagen. Das Ziel der Zwerge ist, dass einer seine eigene Zahl errät. Sie können bevor sie ihre Hüte bekommen eine Strategie vereinbaren.“ Dabei bemerkte Johannes, dass Nicolas und ich, die versuchten das Rätsel zu lösen, 30% langsamer wanderten als die anderen, und dass der Grund die Verbrauch der Energie für das Denken des Rätsels sei. Wir konnten schon bei der Wanderung die Aussicht, wie die Bergspitzen von der Sonne beschienen werden und die Landschaft des Tales bestaunen. Wir konnten sogar einige Steinböcke beobachten. Nun waren wir an der Stelle angekommen, bei dem wir vom Steinweg auf den Gletscher wechselten. Nun mussten wir unsere Ausrüstung, die wir bekamen anziehen und wurden, wie bei der ‘Via Ferrata’ mit einem Seil aneinander gebunden. Dann gab einer unserer Bergführer, François, noch ein paar Tipps, die uns dann Elias übersetzte. Es ging darum den Bergführer auf seine Schritte zu folgen und keine Abkürzung zu nehmen, um nicht in einen Gletscherspalte zu fallen.

Wir waren bereit und wanderten los. Ich war schon von der Vorwanderung überanstrengt und wollte eigentlich mehr Pausen machen. Als ich den Bergführer aber fragte wenn die Nächste sei hat er „bald“ gesagt und für mich war das nicht so bald, wie ich erhofft hätte. Während der Gletscherwanderung fanden wir zufällig noch eine riesen Gletscherspalten und bestaunten diese für einige Zeit. Dann gingen wir weiter und weiter, sind manchmal ausgerutscht und kamen dann endlich am Fuss des Gipfels an. Dort legten wir wieder eine Pause ein und liessen unsere Rucksäcke liegen, um noch den letzten Teil des Gipfels, der nicht von Eis bedeckt war zu besteigen. Oben angelangt konnten wir die schönste Aussicht des ganzen Lagers geniessen: Bergspitzen um uns herum, die teils mit Wolken bedeckt waren, die Wolken selber, die man von der Seite betrachten konnte und unten war ein ansehnlicher See, der halb von Eisschollen bedeckt war. Ausserdem ist die Spitze des Berges zwischen Frankreich und Italien. Nachdem wir unsere Augen mit diesen Bildern füllten und auch noch ein Gruppenfoto schossen, ging es nun wieder abwärts. Der Bergführer teilte uns mit, dass Herunterlaufen weniger anstrengend wird, da die Gravitation uns die Arbeit abnimmt und wir deswegen weniger Pausen machen werden. Und tatsächlich, der Abstieg ging viel schneller und brauchte weniger Kraft, es tat aber mehr weh, da man bremsen musst um nicht herunterzurutschen.

Schliesslich kamen wir wieder beim Übergangspunkt zwischen Gletscher und Steinweg an. Wir machten Pausen, manche füllten ihre Flaschen mit Quellwasser auf und Matteo zog seine Socken aus, da diese nass wurden im Gletscher. Beim Abstieg herrschte das gleiche Problem wie vorher, es ging einfacher voran, aber es tat mehr weh, besonders in den Knien, die immer das Gewicht abfangen müssen. Da ich nicht auf die Lösung von Johannes‘ Rätsel kam, fragte ich ihn danach. Lösung: „im Vorhinein werden die Zwerge von 1 bis n durchnummeriert, sodass jeder seine eigene Zahl i hat. Wenn man nun die Summe der Hüte bildet die man sieht, soll man die Zahl z raten, sodass (Summe+z)&%n == i ist. Da irgendeiner das Richtige Modulo besitzt, da ja alle verwendet werden, wird er durch das auch seine Zahl richtig erraten.“ Nach einiger Zeit sind mir dann wieder fast ihm Tal und kamen an ein Restaurant vorbei, wobei Nicolas, Matteo und ich die drei Liegestühle sofort benutzten. Wir machten hier noch eine kurze Pause und ich hatte eine interessante Diskussion, mit den beiden, wie viel Energie wir verbrauchten um auf dem Gipfel zu steigen, nach Nicolas’ Apple Watch waren es 1‘700 kcal.

Nach der Pause blieb nur noch ein kurzes Stück bis zum Auto übrig. Dort angekommen gaben wir die Ausrüstung wieder zurück und wurden nach Hause gefahren. Nach der Quelle von Nicolas bin ich im Auto alle 10 Sekunden eingeschlafen, was wahrscheinlich auch ungefähr stimmt. Zu Hause angekommen, war die Nachfrage nach eine Mittagessen gross, da wir nur unsere eingepackten Sandwiches assen. Wie entschieden und Glacé zu Mittag zu essen. Das einzige Problem war, dass der Esstisch voll von sauberen Schüssel und Töpfen bedeckt war. Der Flipchart mit der Aufschrift ‚How to clean up the kitchen‘ beantwortete diese Frage. Wir hatten drei Packungen Glacé gegessen und diskutierten auch, ob verschiedene Sorten von Glacé zu mischen respektlos sei oder nicht und welche Sorte als nächstes gekauft werden sollte.

Am Nachmittag schrieben viele an ihrem Bericht, ich versuchte es auch, aber ich ging lieber ins Bett und machte ein Nachmittagsnickerchen. Nachdem ich aufgestanden bin, ging es in der Küche hin und her, denn die Hongkonger waren so nett und kochten für und an diesem Abend. Beim Abendessen gab es viele verschiedene Dinge zu Essen. Eine Spezialität war Hongkongreis, bei dem der Reis mit den Hühnchen gekocht wird. Es gab auch irgendetwas mit Schrimps und natürlich auch Nudeln. Auch gab es gekochtes Gemüse, Salat, Gemüseeintopf und noch einiges mehr. Zum Dessert gab es dann eine ‚lokale‘ Spezialität: Wackelpudding wobei der obere Teil grün und mit Apfelgeschmack war und der untere Teil Gelb und mit Zitronengeschmack. Fazit: sie können besser kochen als wir.

Nach dem Abendessen stellte Žaba noch die Regeln für den Contest am folgenden Tag vor und empfahl uns noch heute die Teams zu erstellen. Wir sind sechs Teilnehmer, die in zwei Gruppen eingeteilt werden müsse. Unsere Leiter lösten das Problem indem sie von der Finalrunde alternierend die Rangliste hinuntergingen und so die Teams erstellten. Alle waren zufrieden mit dem Ergebnis, aber trotzdem entstand eine Diskussion welcher Algorithmus am geeignetsten wär und zwei faire Tema zu erstellen. Bis Mitternacht wurde dann noch ‚Werwölfen‘ gespielt, wobei wir die Variante ohne Aufdecken der Rollen der Toten spielten, wobei natürlich wieder lange, sehr lange Diskussionen entstanden. Nach diesem langen Tag gingen wir dann doch zu Bett um doch nicht ganze 24 Stunden wach zu bleiben.

Freitag, 7. Juli 2017 (Nicolas Camenisch)

Diesen Freitag hatten wir einen fünfstündigen theoretischen Contest, welcher von Žaba vorbereitet wurde. Es traten je zwei Schweizer und Hong Kong Teams an. Für das Gewinner-Team gab es Schokolade; für das Verlierer-Team eine Packung Toastbrot (welches sehr lecker und nach einer halben Stunde schon gegessen war). Zum Z’nacht wurden wir von Juraj in ein Restaurant eingeladen. Als wir wieder Zuhause angekommen sind, spielten wir bis um drei Uhr Die Werwölfe von Düsterwald.